Expertenempfehlung: Lüften ab sofort nicht mehr morgens und abends

Wer im Frühling morgens und abends lüftet, merkt oft gar nicht, dass das energetisch ungünstig ist. Die meisten Haushalte wissen, wie wichtig Lüften für ein gesundes Raumklima ist. Aber wie und wann man am besten lüftet, hängt stark von der Jahreszeit ab. Jetzt im Frühling ändert sich die Vorgehensweise, und das kann sogar helfen, Heizkosten zu sparen.
So ändert sich das Lüften im Frühling
Die Temperaturen im Frühling schwanken stark: Morgens liegt manchmal noch Frost auf den Autos, mittags ist die Jacke schon zu warm. Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) hat deshalb neue Hinweise zum Lüften im Frühling gegeben und sagt, dass das Lüften am Morgen und Abend nicht optimal ist, weil die kalte Außenluft Wärme aus den Räumen zieht. „Das letzte Lüften des Tages am besten nachmittags einplanen.“
Das Problem beim klassischen Lüften am Morgen und Abend ist, dass die Außenluft dann oft kalt ist. Kalte Luft dringt in die Wohnung, die Raumtemperatur sinkt und die Heizung muss wieder anspringen, um die Verluste auszugleichen. Das führt zu höheren Heizkosten.
So lüftet man im Frühling richtig
Um effektiv zu lüften und Heizkosten zu senken, empfiehlt der DVFG, 3, 4 Mal pro Tag zu lüften, jeweils 10, 15 Minuten. Der ADAC bestätigt diese Empfehlung und ergänzt, dass der Luftaustausch im Frühling gut 10 bis 20 Minuten dauern kann. Beim Stoß- und Querlüften sollten mehrere Fenster gleichzeitig weit geöffnet werden, damit die Luft schnell und effizient ausgetauscht wird. Kippfenster sollten vermieden werden, weil sie kaum Energieeffizienz bringen und mehr Heizenergie verbrauchen.
Eine weitere Empfehlung ist, die Heizung kurz vor dem Lüften auszuschalten. Wie der DVFG anmerkt: „Wenn die Heizung aus ist, spart man Heizkosten.“ So kann der Luftaustausch stattfinden, ohne unnötig Energie zu verschwenden.
Risiken in der Übergangszeit und was zu tun ist
Im Frühling ist die Außenluft oft feuchter, bedingt durch Tauwetter und Niederschläge. Wenn Raumtemperatur niedrig ist und die Außenluft feucht, kann das an kalten Oberflächen kondensieren und Schimmel begünstigen. Der VerbraucherFenster Hessen warnt: „Im Frühling ist die Außenluft durch Tauwetter und Niederschläge oft sehr feucht.“
Ein Hygrometer hilft, den richtigen Zeitpunkt zum Lüften zu finden (ein einfaches, günstiges Gerät, oft für wenige Euro erhältlich). Der DVFG nennt klare Grenzen: Bei einer Raumluftfeuchte über 65 % sollten die Fenster geöffnet werden, das Ziel ist, die Luftfeuchte auf unter 50 % zu bringen.
Heizkörper reinigen nicht vergessen
Die regelmäßige Reinigung der Heizkörper im Frühling ist wichtig, denn schmutzige Heizkörper arbeiten ineffizient und verbrauchen mehr Energie. Vor der Reinigung sollte die Heizung ausgeschaltet und abgekühlt sein. Das gilt besonders für Räume wie Küche und Bad, wo durch höhere Luftfeuchtigkeit mehr Staub an den Lamellen der Heizkörper hängen bleibt.
Den Frühling zu nutzen, um die Lüftungsgewohnheiten anzupassen und die Heizkörper sauber zu halten, tut dem Raumklima gut und kann Heizkosten sparen. Letztlich zeigt diese Herangehensweise, wie einfache Änderungen im Alltag ökonomische und ökologische Vorteile bringen können.